Ian Nadge schreibt vor allem über Mittel-, Ost- und Südosteuropa. Er hat viele Jahre in Tschechien gelebt, verbrachte lange Zeit auch in Ungarn und der Ukraine und ist dort bis heute regelmäßig unterwegs. Sein Hintergrund in Sozialpsychologie prägt seinen Blick auf Politik und Gesellschaft: Ihn interessieren nicht nur Institutionen, Parteien und große politische Konflikte, sondern vor allem die Menschen, die in diesen Verhältnissen leben.

Seine Texte beginnen deshalb oft mit Begegnungen – auf Demonstrationen, in Wohnsiedlungen und Betrieben, auf Reisen oder bei langen Gesprächen. Im Mittelpunkt stehen Arbeit, soziale Ungleichheit, Macht und Widerstand, aber auch die alltäglichen Erfahrungen, aus denen Politik überhaupt erst entsteht.

Dabei interessiert ihn besonders, was hinter den Schlagzeilen verschwindet: die Geschichten von Menschen, die selten selbst zu Wort kommen. Politik erzählt er deshalb auch durch Menschen und ihre Geschichten – und Menschen durch die Verhältnisse, in denen sie leben.