Wenn Faschos plötzlich Geschlecht entdecken
Der Fall der Neonazi-Aktivist*in Marla-Svenja Liebich wurde zum Auslöser einer breiten Debatte über trans* Personen – obwohl er vor allem zeigt, wie erfolgreich rechte Provokationen die öffentliche Agenda bestimmen können. Statt über faschistische Organisierung zu sprechen, dreht sich die Diskussion um Geschlecht und Identität. Ein Kommentar von Ian Nadge über Medienlogik, rechte Provokation und Kulturkampf.
Es gibt politische Debatten, die entstehen aus gesellschaftlichen Konflikten heraus. Und dann gibt es politische Debatten, die entstehen, weil Redaktionen beschließen, dass ein absurder Einzelfall plötzlich das Zentrum gesellschaftlicher Realität darstellen soll. Der Fall der rechtsextremen Person Marla-Svenja Liebich gehört offensichtlich zur zweiten Kategorie.
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