Neuseeland: Haka im Parlament – Wem gehört das Land, wer hat die Macht?
Das Russische Freiwilligenkorps kämpft auf ukrainischer Seite gegen Russland. Sein Kommandeur Denis Kapustin kommt aus der deutschen extremen Rechten. Wie eng seine Formation inzwischen mit dem ukrainischen Militärgeheimdienst HUR verbunden ist, zeigt sich in der Nacht vom 1. auf den 2. September 2026 in der Juri-Schumskyj-Straße im Dniprowskyj-Bezirk von Kiew …
Ukraine: Die Weißwaschung von White Rex
Das Russische Freiwilligenkorps kämpft auf ukrainischer Seite gegen Russland. Sein Kommandeur Denis Kapustin kommt aus der deutschen extremen Rechten. Wie eng seine Formation inzwischen mit dem ukrainischen Militärgeheimdienst HUR verbunden ist, zeigt sich in der Nacht vom 1. auf den 2. September 2026 in der Juri-Schumskyj-Straße im Dniprowskyj-Bezirk von Kiew …
Serbien: Wenn die Straße ins Parlament ziehen will
Nach dem Einsturz des Bahnhofsvordachs von Novi Sad wurde aus Trauer Protest und aus Protest eine landesweite Bewegung. Nun treten Serbiens Studierende zur Parlamentswahl an. Doch wer die Macht herausfordert, muss irgendwann mehr beantworten als die Frage, wer gehen soll: Was soll an seine Stelle treten – und wem soll Serbien gehören?
USA: Wie tötet man einen Menschen richtig?
Nashville ist die Heimat der Countrymusik. Seit Generationen wird hier über Liebe gesungen, über Verrat und Eifersucht, Schuld, Mord und Tod. An diesem Mittwochmorgen sollte der Tod keinen Refrain haben. Er stand im Kalender des Staates.
Deutschland: Ist die Springer-Presse antisemitisch? So einfach geht Diffamierung
Nashville ist die Heimat der Countrymusik. Seit Generationen wird hier über Liebe gesungen, über Verrat und Eifersucht, Schuld, Mord und Tod. An diesem Mittwochmorgen sollte der Tod keinen Refrain haben. Er stand im Kalender des Staates.
Tschechien: Bedřiška und das halbe Haus
Am Rand von Ostrava kämpfen die Bewohnerinnen von Bedřiška um den Erhalt ihrer einst für Bergarbeiterinnen gebauten Siedlung. Noch 2020 wollte die Stadt das Viertel gemeinsam mit ihnen weiterentwickeln. Sechs Jahre später droht der Abriss
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Deutschland: Ein Jahr hinter Glas
Über Stuttgart liegt an diesem 28. August ein Gewitter. Starker Regen zieht über die Stadt, Donner ist über Stammheim zu hören. Drinnen, im Gerichtsgebäude Stuttgart-Stammheim, ist der Zuschauerraum voll.
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Belarus: Wenn es an der Tür klingelt
Während Belarus zuletzt vor allem durch die Freilassung mehrerer Hundert politischer Gefangener als Gegenstand diplomatischer Verhandlungen wahrgenommen wurde, zeichnet der im August 2026 veröffentlichte Viasna-Bericht Hidden Repression 2020–2026 ein anderes Bild …
Deutschland: Elif Eralp - Der politische Spagat und die „parlamentarische Vernunft“
Beim Spagat weiß jeder, dass der Körper Grenzen hat. Muskeln und Sehnen lassen sich nur begrenzt dehnen, irgendwann setzt die Anatomie der Beweglichkeit Grenzen. Wer allerdings die Geschichte der parlamentarischen Linken betrachtet, gewinnt den Eindruck, dass auch dort jahrelange Verrenkungen bleibende Spuren hinterlassen.
Die parlamentarische Linke versucht seit Jahrzehnten, zwei sehr unterschiedliche Welten gleichzeitig zu bewohnen. Mit dem einen Bein steht sie auf Demonstrationen gegen Krieg, Sozialabbau oder steigende Mieten. Mit dem anderen sitzt sie in Ausschüssen, beantwortet Presseanfragen, sucht Mehrheiten und bereitet den nächsten Fernsehauftritt vor. Dieser Spagat gilt vielen als Ausdruck politischer Reife. Vielleicht ist er in Wirklichkeit eine chronische Berufskrankheit.
Serbien: Ratko Mladić - Ein Mann ist tot. Der Mythos lebt
Ratko Mladić ist tot. Der wegen Völkermords zu lebenslanger Haft verurteilte ehemalige Kommandeur der bosnisch-serbischen Armee bleibt dennoch eine umkämpfte Figur. Während Überlebende und Angehörige der Opfer an die Verbrechen von Sarajevo und Srebrenica erinnern, verklären Nationalisten Mladić bis heute zum „Verteidiger der Serben“.
Bosnien und Herzegowina: Dayton, Bonn Powers und der Hohe Repräsentant
Fast dreißig Jahre lang arbeitete meine Bekannte, Michelle, als Montessori-Kindergärtnerin. Obwohl Erzieher*innen in Deutschland dringend gesucht werden, gestaltet sich ihre Jobsuche schwierig: Mal fehlen Zusatzqualifikationen, mal liegt der Arbeitsort zu weit entfernt, mal passt die Stelle nicht. Während ich ihr dabei zusehe, frage ich mich, welche Berufe eigentlich nie ausgeschrieben werden – und wie man Hoher Repräsentant für Bosnien und Herzegowina wird.
Die Frage ist augenzwinkernd gemeint. Doch der Gedanke liegt nahe, dass Michelle mit ihrer jahrzehntelangen Erfahrung im Schlichten von Konflikten, Finden von Kompromissen und Vermitteln zwischen unvereinbaren Interessen für eine solche Aufgabe womöglich besser geeignet wäre als so mancher Berufsdiplomat. Während ich ihr über die Schulter schaue, schweifen meine Gedanken weiter. Wenn sich für fast jeden Beruf eine Stellenausschreibung finden lässt – warum eigentlich nicht für den Hohen Repräsentanten für Bosnien und Herzegowina? Sie könnte ungefähr so lauten:
Gesucht wird eine Persönlichkeit mit Erfahrung in der Verwaltung eines souveränen Staates. Bewerber*innen sollten bereit sein, demokratisch beschlossene Gesetze außer Kraft zu setzen, gewählte Politiker*innen ihres Amtes zu entheben und bei Bedarf tief in das politische System eines europäischen Landes einzugreifen. Diplomatisches Geschick wäre von Vorteil. Eine demokratische Wahl findet nicht statt.
Tschechien: Die Drei-Millionen-Kronen-Oper - Rassismus zur Staatsräson wird
Eine Partei der Regierungskoalition wird von einem Gericht wegen Anstiftung zum Hass gegen Bevölkerungsgruppen verurteilt – und bleibt trotzdem Teil der Regierung. Man würde erwarten, dass eine solche Verurteilung eine Regierung erschüttert. In Tschechien gehört so etwas inzwischen zum politischen Alltag.
Die rechtsextreme Svoboda a přímá demokracie (SPD, Freiheit und direkte Demokratie) wurde vom Bezirksgericht Prag 1 unter Vorsitz der Richterin Ivana Tichá zu einer Geldstrafe von drei Millionen Kronen verurteilt. Anlass waren Wahlplakate, die nach Auffassung des Gerichts gezielt Hass gegen Minderheiten schürten. Zu sehen waren ein KI-generierter dunkelhäutiger Mann mit blutigem Messer sowie zwei Roma-Kinder mit Zigaretten als Sinnbild angeblichen Sozialmissbrauchs. Die Botschaft war ebenso schlicht wie wirkungsvoll: Wenn etwas schiefläuft, sind immer die anderen schuld.
Polen: Der Feuerlöscher und das Kapital
Es gibt eine merkwürdige Eigenheit der extremen Rechten. Sie behauptet unablässig, gegen das Establishment zu kämpfen – und schafft es doch zuverlässig, niemals dort anzukommen, wo das Establishment tatsächlich sitzt.
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Serbien: Wenn das Kapital Urlaub braucht, geht der Nationalismus zur Arbeit
Wer verhindern möchte, dass über Eigentum gesprochen wird, braucht heute nicht einmal die Presse zu kontrollieren. Oft genügt ein nationalistischer Skandal. Plötzlich spricht kaum jemand mehr über Korruption, soziale Ungleichheit oder die Macht großer Konzerne. Stattdessen geht es um Nation, Geschichte und Identität. Das klingt wie ein zynischer politischer Witz. Tatsächlich lässt sich dieses Muster in Krisenzeiten immer wieder beobachten.
Genau das lässt sich derzeit in Serbien beobachten.
Eine Äußerung der serbischen Ministerin Snežana Paunović sorgt derzeit international für Empörung. In einem Fernsehinterview erklärte sie, an Slobodan Miloševićs Stelle hätte sie 1998 eine ethnische Säuberung der Kosovo-Albaner durchgeführt – „ohne sie zu liquidieren“, wie sie hinzufügte, sondern indem sie sie aus dem Kosovo vertrieben hätte. Die Reaktionen ließen nicht lange auf sich warten. Die Europäische Union verurteilte ihre Aussagen scharf, die Regierung in Pristina sprach von einer Verherrlichung von Kriegsverbrechen, und binnen weniger Stunden richtete sich die internationale Aufmerksamkeit erneut fast ausschließlich auf Kosovo.
Belfast: Das Haus brennt. Schuld ist der Nachbar
Stell dir vor, jemand zündet dein Haus an. Die Flammen schlagen durchs Dach, die Fenster platzen, die Mauern bekommen Risse. Jahre später taucht ein Fremder auf, stellt seinen Koffer vor den Trümmern ab – und plötzlich sind sich alle einig: Der war’s.
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Ungarn: Operation Fegefeuer – Das Drehbuch bleibt dasselbe
Ungarn: Vielleicht geht es nur mir so, aber ein Happy End macht mich immer stutzig. Knapp sechzehn Jahre lief in Ungarn einer der letzten autoritären Film Noirs Europas. Nun soll alles anders werden.
Tschechien: Wenn Faschos plötzlich Geschlecht entdecken
Der Fall der Neonazi-Aktivist*in Marla-Svenja Liebich wurde zum Auslöser einer breiten Debatte über trans* Personen – obwohl er vor allem zeigt, wie erfolgreich rechte Provokationen die öffentliche Agenda bestimmen können. Statt über faschistische Organisierung zu sprechen, dreht sich die Diskussion um Geschlecht und Identität. Ein Kommentar von Ian Nadge über Medienlogik, rechte Provokation und Kulturkampf.
Es gibt politische Debatten, die entstehen aus gesellschaftlichen Konflikten heraus. Und dann gibt es politische Debatten, die entstehen, weil Redaktionen beschließen, dass ein absurder Einzelfall plötzlich das Zentrum gesellschaftlicher Realität darstellen soll. Der Fall der rechtsextremen Person Marla-Svenja Liebich gehört offensichtlich zur zweiten Kategorie.
Deutschland: Psychiatrie unter Polizeiaufsicht
Trotz erheblicher Kritik und Warnungen von Medizinern, Rechtswissenschaftlern sowie Datenschützern soll in Niedersachsen am 1. Juli das neue „Gesetz über Hilfen und Schutzmaßnahmen für psychisch Kranke” in Kraft treten. Ian Nadge erklärt, warum diese Gesetzesänderung weder Hilfe noch Schutz für psychisch kranke Menschen bietet, sondern eine weitere Maßnahme des fortwährenden autoritären Staatsausbaus in Deutschland darstellt.
Man muss der niedersächsischen Landesregierung eines lassen: Während Therapieplätze fehlen, psychiatrische Stationen überfüllt sind und Menschen monatelang auf psychologische Hilfe warten, wurde immerhin eine Sache erstaunlich effizient organisiert – der zukünftige Zugriff staatlicher Behörden auf psychiatrische Akten.
Vielleicht ist das tatsächlich die neueste Innovation moderner Gesundheitspolitik: Wenn man keine funktionierende Versorgung finanzieren will, baut man eben bessere Überwachungsstrukturen. Warum gesellschaftliche Ursachen psychischer Krisen bekämpfen, wenn man Betroffene auch einfach systematisch verwalten kann?
Deutschland: Kaiserpfalz meets Kapitalismus – wie Goslar am Profitinteresse scheitert
Ach ja, die Geschichte kennt man ja: Ein „Investor“ taucht auf mit einem millionenschweren Bauprojekt, die Stadtverwaltung bläst vor Begeisterung ins Horn, und am Ende bleibt ein Scherbenhaufen aus leeren Versprechungen, architektonischem Größenwahn und natürlich zementierten Profitinteressen. Diesmal sollte es in Goslar ein Luxushotel werden – wohlgemerkt kein einfaches Hotel, sondern ein echtes Prunkstück – plus eine Veranstaltungshalle, natürlich direkt in Sichtweite der ehrwürdigen Kaiserpfalz. Denn was passt besser zusammen als kapitalistisches Renditestreben und jahrhundertealte Geschichte?
Nun zieht sich Investor Hans-Joachim Tessner zurück – offiziell, weil er „Gräben in der Bürgerschaft“ fürchtet. Wie nett! Tatsächlich wissen wir alle, dass diese Gräben nicht einfach aus Meinungsverschiedenheiten entstehen, sondern aus einem System, das Kultur, Architektur und Lebensräume gnadenlos zu Waren degradiert. Wenn sich dann auch noch Umwelt- und Heimatverbände über die Gestaltung eines Parkhauses beschweren, ist das nur das Sahnehäubchen auf dem kapitalistischen Kuchen – dahinter steht die viel grundlegendere Frage: Für wen baut man hier eigentlich?
Deutschland: Hätte, hätte, Menschenkette auf dem Marktplatz– Ein Plädoyer für materialistischen Antifaschismus
Seit Lia Beckers Essay Der Horizont eines sozialen Antifaschismus in der Zeitschrift LuXemburg wirrt der Begriff des sogenannten „sozialen Antifaschismus“ durch die linke Szene – als hätte jemand endlich den fehlenden Schlüssel zwischen Kapitalismuskritik und Bündnispolitik gefunden. In Wirklichkeit handelt es sich um die strategische Neuverpackung altbekannter reformistischer Rezepte: Statt den Faschismus, also den immer weiter greifenden Rechtsruck auf der einen Seite und den autoritären Umbau der Gesellschaft auf der anderen, als spezifischen Krisenmodus des neoliberalen Herrschaftsmodels zu begreifen, wird er zu einem allgemeinen gesellschaftlichen Übel erklärt, das sich durch „breite Bündnisse“ und die moralische Aufladung sozialer Fragen bekämpfen lasse. Der Fokus auf „soziale Dimensionen“ mag progressiv klingen, ersetzt jedoch Klassenanalyse durch eine beliebige Aufzählung von Unterdrückungsformen, die sich bruchlos in die Logik von NGOs und parlamentarischen Parteien einfügt.

