Serbien: Wenn die Straße ins Parlament ziehen will

Protest gegen die Regierung unter Aleksandar Vučić in Belgrad 2025
(Bild: Emilija Кnezevic, CC BY 4.0)

Nach dem Einsturz des Bahnhofsvordachs von Novi Sad wurde aus Trauer Protest und aus Protest eine landesweite Bewegung. Nun treten Serbiens Studierende zur Parlamentswahl an. Doch wer die Macht herausfordert, muss irgendwann mehr beantworten als die Frage, wer gehen soll: Was soll an seine Stelle treten – und wem soll Serbien gehören?

Es ist Freitag, der 1. November 2024, 11.52 Uhr. In Novi Sad sind es 19 Grad. Der Himmel ist klar, die Sonne scheint. Vor dem Hauptbahnhof sitzen Menschen auf Bänken, andere gehen zum Eingang. Jemand wartet auf jemanden, Rollkoffer rattern über den Platz. Ein milder Herbstvormittag, an dem es keinen besonderen Grund gibt, nach oben zu schauen.

Sara und Valentina Firić sind mit ihrem Großvater Đorđe am Bahnhof. Sara ist sechs Jahre alt, Valentina neun. Milica Adamović ist sechzehn, Nemanja Komar siebzehn.

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